8.Juli bis 20. August 2000

ZYGMUNT JANUSZEWSKI - Opern- und Theaterplakate

Galerie

ZYGMUNT JANUSZEWSKI

wurde 1956 in Warschau geboren.
Er studierte Malerei, Zeichnung, Radierung, Lithographie und Buchillustration von 1976 bis 1981 an der Akademie der schonen Künste in Warschau. Zahlreiche Ausstellungen in Polen und im Ausland, u.a. monographische Ausstellung „Ein Narr zeigt Flagge" im Wilhelm-Busch-Museum, 1989, Hannover.
1981 3. Preis Satirykon, Liegnitz, Polen; 1983 l. Preis im „Radar" -Wettbewerb „Mensch in der gegenwärtigen Welt", Warschau. 1987 erhielt er das Goslarer Kaiserring-Stipendium. 1990 Preis im Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher", Stiftung Buchkunst, Frankfurt a.M. für „Die Rote Spur", Edition Apfelstedt+Hornung, Hamburg. 1996 Preis Europe Printer ofthe Year, Edinburgh, für das Spielbuch „Jeder ist ein Künstler, Zygmunt Januszewskis Kombinations-Kunst".
Seine Zeichnungen wurden gedruckt in: „Der Standard", „Die Presse", „morgen" Wiener Journal"; „was", „Literatur und Kritik", „Danubius", „Fremdsprache Deutsch", „Süddeutsche Zeitung", „Die Zeit"; „Die Welt", „Neue Zürcher Zeitung" und „NZZ-Folio", „Nebelspalter", „Du", ,Tages Anzeiger"; „The Guardian"; „Gazeta Wyborcza", „Polityka" und "Wprost". In der „Edition pro", Oerlinghausen, sind zwei Mappenwerke erschienen: „Panopticum", 1989 und „Helden", 1991.

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MEISTER DER STRICHE

„Meine Striche", so bescheiden betitelt der polnische Graphiker und Plakatkünstler Zygmunt Januszewski seinen immerhin 250 Seiten starken Katalog. Ist das nun typisches polnisches Understatement (falls es so etwas gibt)? Nun, wer nur einen oder zwei Blicke in diesen schönen Katalog wirft, denkt nicht weiter über diese Frage nach. Er sieht sofort, daß wir es hier mit einem Meister der Striche zu tun haben. Mit großer Phanstasie, mit Witz und Esprit werden hier Gedanken und Themen, Figuren und Verhaltensweisen - wie z. B. die Pointe, der Hellseher der innerliche Protest - zeichnerisch, also mit Strichen, umgesetzt. Bei den im Katalog abgebildeten Opern- und Theaterplakaten, die Januszewski vor allem für die Theater in Bielefeld und Bonn geschaffen hat, erkennen wir, daß er es auch versteht, seine Striche plakativ einzusetzen. Andere Elemente der Plakatkunst - wie Typographie, Farbgebung, Aufteilung der Bildfläche - werden von Januszewski ebenfalls meisterhaft beherrscht, so daß Plakate entstanden sind, die das erfüllen, was ein gutes Plakat leisten muß. Ein Plakat muß dem Betrachter ins Auge springen, es muß Aufmerksamkeit erregen, neugierig machen, vielleicht dadurch, daß es den Betrachter zum Lachen und/oder zum Nachdenken bringt. Die Bayreuther und alle Gäste, die zu den Festspielen anreisen, haben nun gut sechs Wochen die Möglichkeit, diese Plakate im Original zu bewundern, Meisterwerke der sogenannten „Kunst der Straße".

Joachim Schultz

 

Seit 1989 entwirft er Plakate für die Bielefelder Oper. In der Saison 1995/1996 schuf er eine Plakatserie für das Schauspiel Bonn. Werke des Künstlers befinden sich in vielen Museen und staatlichen Institutionen, u. a. im Nationalmuseum, Warschau; Museum der Karikatur, Warschau; Plakatmuseum, Warschau; Les Silos/Maison du Livre et de l'Affiche, Chaumont; Wilhelm-Busch-Museum, Hannover; Landesmuseum, Münster; Mönchehaus Museum für Moderne Kunst, Goslar; Sammlung Karikaturen & Cartoons, Basel; Museum of Modern Art, Toyama, Japan; Lahti Art Museum, Finnland; Deutsches Polen Institut, Darmstadt; Nationalmuseum Posen; Rene Wanner Sammlung, Rheinfelden; Rupertinum, Salzburg; Galerie Seywald, Salzburg; Kleines Plakatmuseum, Bayreuth; Sammlung Fotter/Altenhof.
Zygmunt Januszewski leitet 2000 die Illustrationsklasse an der Internationalen Sommerakademie in Salzburg. Er lebt und arbeitet in Warschau.


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